Der Film


„ES GEHT NICHT NUR UM UNSERE HAUT

Der Streik der Belegschaft des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks in Berlin gegen die Schließung

Ein Film von Holger Wegemann

Es geht nicht nur um unsere Haut“. Spannend wie ein Krimi dokumentiert er den erbitterten Kampf der Beschäftigten um die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze im Bosch-Siemens-Hausgerätewerk in Berlin-Spandau. Er bietet ein einzigartiges Beispiel dafür, wie Menschen in bundesweiter Solidarität Widerstand gestalten können und den Weg aus der Verzweiflung zum aktiven Widerstand gehen.“

(Neue Rheinische Zeitung, 12/2007)

Am 6. September 2006 kommt die Belegschaft des Bosch-Siemens-Hausgeräte-Werks in Berlin-Spandau zu einer Betriebsversammlung zusammen, die bis zum 22. September dauern wird. Mit 16 Tagen wird sie zur bis dato längsten Betriebsversammlung der Bundesrepublik Deutschland.
Dem vorausgegangen ist die Ankündigung der Konzernleitung, das Spandauer Werk zum Jahresende 2006 zu schließen. Die Betriebsversammlung ist der Auftakt zu einer Reihe von Aktionen, die bis Ende Oktober dauern und weit über Berlins Grenzen hinaus ein Echo finden und Solidarität erzeugen. So besetzt die Belegschaft schon während der Betriebsversammlung die Werkstore, als die Standortleitung versucht, Betriebsmittel aus dem Werk zu schaffen. Bei dem „Marsch der Solidarität“ besuchen die BSH´ler andere Industriebetriebe, auch die der „Konkurrenz“ von AEG und Miele, rufen zu einer gemeinsamen Kundgebung vor der Siemenszentrale in München auf.
Am 19. September stimmen mehr als 94 Prozent der BSH-Belegschaft für Streik. Die weiteren Verhandlungen führen zum Kompromiss: Keine Schließung des Werkes, Erhalt von 400 Arbeitsplätzen von vormals rund 620 bis ins Jahr 2010, eine durchschnittliche Lohnkürzung von 20 Prozent, keine Neuinvestitionen in die Produktion.
Am 20. Oktober wird über das Verhandlungsergebnis abgestimmt. Nur ein Drittel der Belegschaft stimmt dafür, doch nach IG-Metall- Satzung ist das Verhandlungsergebnis damit angenommen und der Streik beendet. Ein großer Teil der Belegschaft fühlt sich verraten. Die IG Metall und weite Teile der Presse jedoch werten den Abschluss als Sieg einer kampfbereiten Arbeiterschaft.
Der Film zeigt das Innere des Arbeitskampfes bei BSH/Berlin: Er begleitet die streikenden Mitarbeiter Tag für Tag. Die Kamera dokumentiert Auseinandersetzungen auf Betriebsversammlungen, Blockaden des Werkstors, Demonstrationen und hitzige Diskussionen. Er zeichnet die politischen und menschlichen Konflikte und Stimmungsschwankungen innerhalb der Belegschaft nach. Nicht zuletzt liegt der Fokus dabei auf dem Konflikt zwischen „offizieller“ Gewerkschaftspolitik und den Interessen und Anliegen der von Arbeitslosigkeit Bedrohten.
Format: DVD / 16:9
Länge: 81 Min

Kamera/Buch: Holger Wegemann
Schnitt: Tobias Rahm
Musik: Daniel Sauerborn
Produktion: Flex-Journalistenbüro, Holger Wegemann mit freundlicher Unterstützung
der Karsten Hein Filmproduktion

gefördert durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt
und
Berger, Dr.Groß, Höhmann, Ebinger & Nawrot
Rechtsanwälte

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